Handwerk verbindet Generationen
Bereits 1938 arbeitete Jakob Scherrer an den Türmen des Grossmünsters. Fast neun Jahrzehnte später kehrt Scherrer Metec an denselben Ort zurück.
Bei der Öffnung einer historischen Zeitkapsel entdeckte das Team einen Hinweis auf den Urgrossvater der heutigen Verwaltungsräte Nino und Remy Scherrer. Dies war ein bewegender Moment, der die Geschichte des Unternehmens mit jener des Bauwerks verbindet.
«Die Türme des Grossmünsters sanieren zu dürfen, ist eine Chance, die man nur einmal im Leben bekommt. Für mich als Zürcher ist dieses Projekt etwas ganz Besonderes. Es ist eine grosse Ehre und Verantwortung zugleich.»
Daniel Lustenberger
Projektleiter Scherrer Metec AG
Erhalten statt ersetzen
Die Instandsetzung umfasst Fassaden, Dächer, Türme und Dachaufbauten des Grossmünsters. Mit einem Investitionsvolumen von über 30 Millionen Franken zählt sie zu den bedeutendsten denkmalpflegerischen Bauprojekten des Kantons Zürich.
Im Zentrum der Spenglerarbeiten steht der Erhalt der historischen Originalsubstanz. Viele Bauteile werden deshalb nicht ersetzt, sondern sorgfältig restauriert. Das Scherrer-Team setzt neben den Dächern historische Wasserspeier, Kugeln, Krönungselemente und weitere kunsthandwerkliche Details instand. Dies geschieht direkt vor Ort oder nach der Demontage in den Werkstätten von Scherrer Metec.
«Man muss abschätzen können, was erhalten werden kann und was ersetzt werden muss. Das ist eine Frage der Erfahrung», sagt Daniel Lustenberger, Projektleiter Scherrer Metec. Jeder Eingriff wird dokumentiert und sorgfältig abgewogen, damit die historische Substanz respektiert und bewahrt bleibt.
Als Besonderheit bezeichnet Daniel Lustenberger die Turmdächer aus Kupfer. Obwohl sie wie Sandstein erscheinen, bestehen sie aus Kupferblech. Damit sie sich harmonisch in das historische Erscheinungsbild einfügen, werden sie in mehreren Arbeitsschritten beschichtet und erhalten so ihre charakteristische Oberfläche.
Nach Abschluss der Arbeiten wird die Zeitkapsel erneut verschlossen und mit Unterlagen zur aktuellen Sanierung ergänzt – als Botschaft an kommende Generationen von Handwerkerinnen und Handwerkern.